© Andrés Hilarión

Pary El-Qalqili arbeitet im Bereich Film, Performance und Lehre in Berlin. In ihrer Arbeit setzt sie sich mit Erfahrungen von Flucht, Exil, Gewaltverhältnissen und Widerstand auseinander. Dabei sind koloniale Bilder, fixierende Blickregime und hegemoniale Bildpolitiken Ausgangspunkt, um Prozesse der Dehumanisierung und Auslöschung zu untersuchen. In ihrer filmischen Arbeit sucht sie nach Erzählformen, die Lücken, Brüche und Irritationen zulassen. 

2012 kam ihr erster abendfüllender Dokumentarfilm Schildkrötenwut in die deutschen Kinos und wurde international mehrfach ausgezeichnet. 2016 war sie Co-Kuratorin des einmonatigen Festivals After The Last Sky im Ballhaus Naunynstraße Berlin, dem ersten Festival für zeitgenössische palästinensische Kunst in Deutschland. Derzeit arbeitet sie an dem Langzeitprojekt Unruly Archive, das palästinensische Geschichte in Deutschland durch Film, Performance und Archivierung erforscht.

Seit 2020 unterrichtet sie Kurse zu feministischem und dekolonialem Kino, Theorie und Praxis an der Universität der Künste Berlin, der Barenboim Said Academy, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und der selbstorganisierten Filmschule filmArche. 2024 war sie Mitbegründerin des Palästinensischen Feministischen Archivs Berlin. 2025 wurde ihre kollaborative Videoinstallation ICH BIN HIER ICH BIN DA in der Gruppenausstellung „The Desire for being many“ in der alpha nova & galerie futura in Berlin gezeigt. 2026 entwickelt sie gemeinsam mit İz Öztat die Ausstellung “Wie verlernen wir Gehorsam?”, die bis zum 12. Juli in der Galerie Nord zu sehen ist.