SPRICH BILD, SPRICH
(Speak Image, Speak)
Film in Entwicklung
Synopsis
Das Bild des maskierten palästinensischen Angreifers bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde zu einem wiederkehrenden Motiv, um Palästinenser*innen als Inbegriff des Terrorismus darzustellen. Vor dem Hintergrund der starren Struktur des Olympischen Dorfes gleicht das Bild einer Szene aus einem Science-Fiction-Film. Durch die Gesichtslosigkeit des Angreifers wird die Figur zu einer Abstraktion des absolut Bösen und der Gewalt. Das Bild des Palästinensers als inhärente Sicherheitsbedrohung hält sich in Deutschland bis heute. Sprich Bild, Sprich nimmt dieses körnige Bild als Ausgangspunkt, um die Bilder zu untersuchen, die über Palästinenser*innen zirkulieren: Wie blicken Palästinenser*innen verschiedener Generationen selbst auf die gewalttätige Bildpolitik zurück?
Der Film schlägt vor, denjenigen zuzuhören, die nicht dazu bestimmt sind, gehört zu werden. Im deutschen Kontext wurde palästinensische Geschichte über Jahrzehnte hinweg überschrieben und ausgelöscht. Die Bildpolitik zur Figur des Palästinensers ist eine, die verzerrt, reduziert, misrepräsentiert. Sprich Bild, Sprich blickt auf koloniale (Archiv-) Bilder zurück und untersucht, inwiefern visuelle Fantasien zum Prozess der Dehumanisierung beigetragen haben. Ich arbeite mit Palästinenser*innen verschiedener Generationen, die staatliche Überwachung und Verfolgung erlebt haben. Während die erste Generation viel zurückhält, da ihr Leben von politischer Verfolgung geprägt ist, gewinnt eine jüngere Generation, ihre Handlungsfähigkeit zurück, indem sie aktiv an der Erzählung ihrer eigenen Geschichte mitwirken. Doch es sind palästinensische Frauen, die uns den Kompass dafür geben, was es bedeutet, angesichts staatlicher Repression, Widerstand zu leisten.
Der Film nutzt Maskierung und fiktive Methoden als Strategien, um den Protagonist*innen zu ermöglichen, geschützt sprechen zu können. Inspiriert von critical fabulation (Saidiya Hartman), speaking nearby (Trinh T. Minh-ha) und dem oppositional look (bell hooks), entwickle ich eine Filmsprache, die es den Protagonist*innen erlaubt, sich ihren kollektiven und individuellen Wunden zuzuwenden, die ihnen durch staatliche Gewalt zugefügt und verursacht werden. Sprich Bild, Sprich würdigt das Verborgene, das Unausgesprochene, die von Scham bedeckten Fragmente, die in Schmerz erzählten Geschichten. Der Film erkundet mit einem zärtlichen Blick ein ungehorsames Gegengedächtnis palästinensischer Geschichte in Deutschland, das bisher nicht erzählt wurde.
Gefördert durch
Bremer Dokumentarfilmpreis
Künstlerinnenprogramm Film/Video der Stadt Berlin
Entwicklungsförderung Arab Fund for Culture and Arts
Entwicklungsförderung Doha Film Institute
Teaser auf Anfrage: paryelqalqili@gmail.com
Buch, Regie
Pary El-Qalqili
Bild
Christiane Schmidt
Ton
Youssef Ibrahim
Mousa Al-Azzeh
Schnitt
Vanessa Ly
Farahat Khalil
Produktion
Kesmat Elsayed
Seera Films